Schadstoffscreening
Gebäudecheck
Wieso macht man einen Gebäudecheck und wer benötigt ihn?
Die am 1. Januar 2016 in Kraft getretene Abfallverordnung (VVEA) verpflichtet in Art. 16 die Bauherrschaft, dass sie vor der Eingabe von Baubewilligungsunterlagen auch Abklärungen bezüglich Bauschadstoffen trifft.
Die Bauarbeitenverordnung (BauAV) regelt in Art. 60, dass Arbeitnehmer/-innen geschützt werden müssen, deren Gesundheit durch Kontakt mit Stoffen wie Staub, Asbest, PCB, Gasen oder Chemikalien sowie mit Strahlen gefährdet wird.
Sowie neu ab 1. Januar 2022 (BauAV) Art. 32, Der Arbeitgeber muss seine betroffenen Mitarbeitenden über die Ergebnisse von Schadstoffgutachten informieren.
Arten von Schadstoffen
Asbest
Bei Asbest handelt es sich um den bekanntesten Gebäudeschadstoff, welcher bis 1990 in verschiedensten Anwendungen eingesetzt wurde, zum Beispiel bei Faserzementelementen, Spritzasbestbeschichtungen oder Brandschutzelemente.
Dennoch wissen teilweise nicht mal Architekten, Bauleitungen und Handwerksbetrieben genug darüber Bescheid, dass Asbest auch in Klebemörtel von Keramikplatten-Belägen, Wand-/Deckenverputzen, Kunststoffböden aus PVC/Vinyl, Fensterfugen, Leitungsisolationen und zahlreichen weiteren Anwendungen im grossen Stil als Zusatzstoff eingesetzt wurde.
Eingeatmete Asbestfasern wirken karzinogen und führen zu stark erhöhtem Risiko für Lungenkrebs. Zwischen dem Zeitpunkt, an welchem man den Stoffen ausgesetzt ist, und dem Ausbruch der Krankheit können Jahre bis sogar Jahrzehnte liegen.
Zudem ist Asbest hitze-, feuer- und säurebeständig und kommt in verschiedenen Formen vor. In festgebundener Form kommt es hauptsächlich im Hoch- und Tiefbau sowie in Formwaren vor. Die schwachgebundene Form findet man meistens in Isolationsmaterial zur Wärmedämmung und Brandschutz, wie auch in Beschichtungen von Bodenbelägen. Reiner Asbest ist in Schnüren, Füllstoffen oder Textilien zum Brandschutz enthalten.
Die gute Nachricht ist, dass bei Fassaden, Dächern, Rohrleitungen, Blumenkästen aus Asbestzement, Fensterkitt, Plättlikleber, Bodenbeläge und Pressplatten besteht keine unmittelbare Gefahr, solange keine Beschädigung vorhanden ist. Erst bei Bruch, mechanischer Bearbeitung und Reinigung können teilweise grössere Mengen freigesetzt werden. Bei Leichtbauplatten oder Beschichtungen aus Spritzasbest können jedoch ohne mechanische Einwirkungen Fasern freigesetzt werden.
PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)
Bei den PAK handelt es sich um eine Stoffgruppe von chemischen Verbindungen, welche vor allem in Teerprodukten, Kohle und Russ vorkommen.
In Gebäuden muss vor allem bei bituminösen Klebern von Parkett und Bodenbelägen, Hohlraum-Schüttungen und Korkdämmungen damit gerechnet werden.
Die häufigste Art davon ist das Naphthalin mit dem charakteristischen Geruch von Mottenkugeln. Bereits in sehr tiefen Konzentrationen hat Naphthalin einen sehr unangenehmen Geruch, in erhöhten Konzentrationen wirkt es auch gesundheitsschädlich. Andere Verbindungen der PAK-Gruppe wie z. B. Benzo(a)pyren sind eindeutig als krebserregend eingestuft. Generell können PAK über die Atmung und mittels Hautkontakt aufgenommen werden.
PCB und CP (Polychlorierte Biphenyle und Chlorparaffine)
Als Weichmacher weisen die PCB und CP ausgezeichnete Eigenschaften auf, für Mensch und Umwelt sind sie jedoch hochtoxisch und in der Nahrungskette schwerlich abbaubar. PCB und CP wurden ausschliesslich synthetisch hergestellt und wurden vor allem als Weichmacher in elastischen Fugendichtungen und Anstrichen in der Bausubstanz verwendet. Sie können über die Haut, PCB auch über die Atmung vom Organismus aufgenommen werden.
Schwermetalle
In Gebäuden finden sich Schwermetalle oft als Farb-Zusatzstoffe in Anstrichen oder in elementarer Form als Bleistege in älteren Fenstern oder Bleirohren für Elektroleitungen.
Schimmelpilz
Auch in Gebäuden können sich Schimmelpilze ansiedeln. Auslöser für Schimmel in Innenräumen ist hohe Feuchtigkeit. Diese kann von Kondenswasser, mangelnder Lüftung oder noch vorhandene Baufeuchte stammen. Die Folgen reichen von der Zerstörung einzelner Bauteile, über den Befall von Gebrauchsgegenständen bis hin zur gesundheitlichen Belastung der Bewohner.
Screening Anfrage
Damit wir Ihnen ein möglichst genau zugeschnittenes Angebot ausarbeiten oder einen Besichtigungstermin für ein Gebäudecheck wahrnehmen können, brauchen wir präzise Eckdaten von der Bausubstanz. Dabei sind auch Bilder und Pläne ein wichtiges Werkzeug, um die Situation vom Objekt möglichst präzise abzuschätzen.
Begehungen mit Probenahmen können normalerweise innerhalb von sieben Tagen ausgeführt werden. Nach erfolgtem Gebäudecheck brauchen wir ca. 14 Labortage für die Auswertung der Laborproben und den Bericht.
